Heute möchte ich euch das Bilderbuch „Otto spielt“ vorstellen. „Otto spielt“ ist im Mai 2015 erschienen und das erste Kinderbuch aus dem Kindergebärdenverlag von Birgit Butz und der Gebärdensprachdolmetscherin Anna-Kristina Mohos. Zusammen betreiben sie Kindergebärden.de, eine umfangreiche Seite rund um das Thema Gebärden. Dabei richtet sich das Angebot an alle Kinder, Eltern und deren Bezugspersonen und nicht explizit an Kinder die das Down-Syndrom haben. Ich habe kürzlich einen Beitrag darüber geschrieben, wie die Kleine begonnen hat, erste Gebärden zu lernen und welche Erfahrungen wir damit machen. Wie schön, dass Birgit Butz dazu einen Kommentar verfasst hat und mir das neue Buch „Otto spielt“ vorgestellt hat. Wir kamen darüber in Kontakt und wenige Tage später hielt ich das Buch neugierig in den Händen.

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Foto: privat

Was ist das besondere an „Otto spielt“?

„Otto spielt“ ist ein Pappbilderbuch und wird für kleine Kinder ab neun Monaten empfohlen. Es ist von der Größe nicht weit entfernt von meinem Moleskine-Kalender, etwas breiter allerdings. Es zeigt den kleinen Jungen Otto in fünf verschiedenen Spielsituationen, die jedem Kind vertraut sind. Im Unterscheid zu anderen Kinderbüchern wird die Geschichte durch Gebärden ergänzt. Auf jeder Doppelseite werden drei Gebärden eingeführt. Das schöne dabei: Jede gelernte Gebärde taucht auch wieder auf einer anderen Seite auf, sodass sich Wiederholungen anbieten. „Otto spielt“ zeigt die spielerische Lebenswelt der Kleinsten sehr treffend. Ich mag vor allem die klaren und warmen Illustrationen, die eine angenehme Balance schaffen zwischen „Es gibt was zu entdecken“ und einer stimmigen Übersichtlichkeit, die vor allem kleine Kinder nicht überfordern.

Das Buch ist für den Vorleser eine gute Unterstützung, Gebärden aktiv einzusetzen. Dies ist sehr hilfreich, zum Beispiel auch für Menschen, die sich noch nicht so viel mit Gebärden befasst haben.

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„Otto spielt“ hat uns bei der letzten Zugfahrt begleitet (Foto: privat)

Und wie findet die Kleine „Otto spielt“?

Die Kleine liebt Bilderbücher. Allerdings schaut sie sich die Bücher meist alleine an. Ich freue mich schon sehr auf den Moment, an dem ich sie irgendwann mal einfach auf den Schoß nehmen kann und ihr Bücher so richtig vorlesen kann. Bisher läuft das so ab, dass sie auf jeden Fall selber bestimmen möchte, welches Buch sie sich ansieht. Sie greift in ihre Bücherkiste und nimmt eins nach dem anderen heraus. Dann wird eins ausgewählt, das dann genauer angesehen wird. Sie besteht meist darauf, alleine zu blättern. Sie blättert dann etwas herum und zeigt auf die Bilder. Gerne sagte sie „da“ schaut mich an und möchte dann, dass ich ihr erkläre, was sie da sieht. „Otto spielt“ wählt sie vermutlich gerne aus, weil ihr die Szenen vertraut sind. Auch sie sitzt gerne auf ihrem rotem Auto, schmust mit ihrem Teddy, spielt mit dem Ball oder ihrer Puppe. Und auch wir sind Stammgast auf dem Spielplatz, sodass sie die Rutsche und die Schaukel kennt. Und ganz besonders mag sie die letzte Seite, da ist Otto auf dem Arm seiner Mutter zu sehen. Die beiden hören Musik und tanzen – auch die Kleine liebt Musik und tanzen über alles.

Gebärden macht einfach  Spaß

Ich finde es sehr hilfreich, der Kleinen Gebärden beizubringen. Sie ist jetzt bald ein Krippenkind und ich wünsche mir, dass sie sich auch in außerfamilären Situationen mitteilen kann. Außerdem ist es schön und bringt viel Freude, miteinander zu sprechen und zu merken, dass man sich versteht. Ich führe die Gebärden im Alltag immer ergänzend und sehr reduziert ein. Wir nutzen die Gebärden, die wir nach der Methode „Gebärden-unterstütze Kommunikation“ (GuK) von Etta Wilken gelernt haben und erweitern diese zum Teil. Zum Beispiel wohnen wir ja mitten in Hamburg und fahren viel mit der Bahn. Als ich merkte, dass die Kleine die Bahn bewusst wahrnimmt, habe ich die Gebärde für Bahn eingeführt. Wenn wir jetzt eine Bahn sehen, sage ich „Schau mal, da ist eine Bahn“ und dann mache ich die Gebärde für Bahn. Die Gebärde kann man einfach aus der Deutschen Gebärdensprache entnehmen, es ist gar nicht nötig oder sinnvoll sich selbst eine Fantasiesprache zu überlegen.

Das Buch „Otto spielt“ finde ich wirklich toll, da es ganz einfach jeden dabei unterstützt, Gebärden anzuwenden und die Kommunikation lebendig zu gestalten. Sicherlich eine Bereicherung für alle Kinder. Danke an Birgit Butz für den Tip!

 

„Otto spielt“ ist für 8,95 € im Buchhandel erhältlich.

 

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1 Comment on „Otto spielt“: Ein Bilderbuch mit Kindergebärden

  1. Kinderbücher, die die Gebärdensprache näher bringen sind auch eine tolle Sache. Allein zum Verständnis, dass es auch Kinder gibt, die sich anders unterhalten – das finde ich besonders wichtig!

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